Jörg Rösemeier Sprecher der Geschäftsführung
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Mehr Mut und mehr Mensch!

20 Jahre Tegernseer Fachtage – die Zukunft des Bankings – mit Bundespräsident a.D. Joachim Gauck

 

Sie reisen aus ganz Deutschland an, um an zwei Tagen im Hotel Überfahrt in Rottach-Egern Bergluft und Zukunftsduft zu schnuppern: Fast 80 Experten aus der Bankenbranche und von Startups. Und dieses Mal gab es auch etwas zu feiern: Die renommierten Tegernseer Fachtage vom Banken-IT-Experten „macros“ gibt es seit genau 20 Jahren!

Eckhard Häusler, gründete 1998 das Unternehmen „macrosConsult GmbH“ in Ottobrunn und veranstaltete auch in diesem Jahr mit seinem Partner, Dr. Wolfgang Botschatzke das jährlich stattfindende Management-Symposium. Botschatzke verkündete auch im Rahmen der Tagung die Neuerung der Firma zur „macros Consulting Group“. Jörg Rösemeier ist seit 2020 der Sprecher der Geschäftsführung. Die macros.itcs mit Günther Heiß an der Spitze. www.maros.de

Tegernseer Fachtage in Rottach Egern mit vl Stefan Scheider Moderator – Dr. Wolfgang Botschatzke – Joachim Gauck – Eckhard Häusler
06.02.2020 Foto Andreas Leder

„Tegernseer Fachtage“ – vom 4.02.- 06.02.2020 – ein Begriff in der Finanzwelt.
Experten aus der Finanz- und Versicherungs-Branche, hochkarätige Referenten und ein ausgesuchtes Fachpublikum machten die Veranstaltung zu einem Kongress Highlight für die europäische Finanzbranche. Gekonnt, fachlich fundiert und charmant moderierte Stefan Scheider, Diplom-Journalist, Bayerischer Rundfunk die Veranstaltung mit dem Leitthema:

New Banking Economy – Disruption in der Finanzbranche oder Change auf Raten?
Wie bezahlen wir in Zukunft? Was soll ein Bankkonto können? Und haben traditionelle Banken und Sparkassen noch eine Chance gegen die jungen Startups – auch Fintechs genannt? In über zehn Fachvorträgen lieferten hochkarätige Redner Antworten – und stießen dabei wiederum neue Debatten an. Fazit: Die gute alte Filiale und ihr Traditionshaus müssen kämpfen, sind aber noch nicht verloren. Wer sich bewegt, näher an die Kunden heranrückt und stark in der digitalen Welt auftritt, hat eine Chance. Und wo die Megatrends in der Gesellschaft mit einfließen, entstehen auch begehrte Produkte. Wenn immer mehr Menschen nach Umweltschutz und Nachhaltigkeit rufen, könnte daraus zum Beispiel eine Kreditkarte aus Holz entstehen, mit der alle 50 Euro ein Baum gepflanzt wird. So überraschte auch ein Referent aus der Sparkassen-Szene mit der These, dass mit höheren Zinsen die CO2-Belastung sinke. Allerdings hatten die meisten Teilnehmer wenig Hoffnung auf ein Ende der Nullzinsen.

Und wo bleibt bei all den notwendigen Digitalisierungsmaßnahmen der Mensch? Hier waren sich alle einig: Jedes Haus muss seine Menschen auch mitnehmen und begeistern für die Entwicklungen! Eine Digitalisierung ohne Respekt vor den Menschen wird scheitern. Ein schönes Beispiel hierfür liefert die persönliche Beratung von jungen Menschen – von Angesicht zu Angesicht und ohne Apps oder Smartphone. „Wenn die Institute es schaffen, 17jährige Schulabsolventen seriös und verständlich über eine umfassende finanzielle Lebensplanung zu beraten, bekommen viele Filialen wieder mehr Sinn“, erklärte ein Startup-Coach. Wer kann mit 17 oder 18 Jahren schon absehen, was an Belastungen und an Einkommen auf einen zukommt?

Joachim Gauck in Rottach Egern bei den Tegernseer Fachtagen
06.02.2020 Foto Andreas Leder

Sehr „gemenschelt“ hat es auch beim Besuch des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck bei den Tegernseer Fachtagen! Der Staatsmann sprach über die Zukunft einer offenen Gesellschaft – und fesselte die Runde mit Geschichten aus der Politik und einem Plädoyer für mehr Mut und Toleranz in diesen Tagen! Gauck, der selbst einst als evangelischer Pfarrer den Fall der Mauer mitangestoßen hatte. Er erinnere sich noch gut an seinen ersten Wahlgang in einer freien Demokratie. „Ich durfte mit 50 Jahren zum ersten Mal frei wählen“, erzählte Gauck, „und bin mit Tränen in den Augen aus dem Wahllokal gekommen“. Daher könne er nur allen Menschen zurufen: Nichtwählen ist keine Alternative – nutzen Sie Ihr Stimmrecht!
Angesichts der Verunsicherung vieler Bürger in der globalen und unruhigen Welt mahnte der Bundespräsident zu mehr Mut und Toleranz. „Angst und Panik sind ein denkbar schlechter Ratgeber und Begleiter“, rief Gauck eindrücklich und fügte hinzu: „Wir sollten mehr Mut entwickeln, zu unserem Land zu stehen!“

Und wer eines Tages den elften Bundespräsidenten (2012 bis 2017) trifft, für den gab es auch ein Anrede-Protokoll: „Am Anfang sagen Sie einmal Herr Bundespräsident, danach gerne Herr Gauck“. Joachim Gauck blieb viele Stunden Gast der Tegernseer Fachtage und hat seine Tischnachbarn nachhaltig beeindruckt. „Ich habe mich zwei Stunden mit ihm unterhalten und er war sehr persönlich und ein sehr guter Zuhörer“, erklärte später ein begeisterter Teilnehmer. Eine Dame gab zu: „Ich hatte ein Bild von Herrn Gauck aus dem Fernseher – nun habe ich ihn persönlich erlebt und bin sehr positiv überrascht!“

Fazit nach zwei Tagen Zukunftsvisionen und nach einer Orientierungshilfe vom früheren Staatsoberhaupt: Nie waren die Tegernseer Fachtage so wertvoll wie heute! Sie bewegen etwas – und bieten ihren Teilnehmern durch Offenheit und Streitgespräch eine exzellente Plattform, um das Heute und Morgen nah am Menschen zu gestalten.

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